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Jumpcuts Foto Video Medienpaedagogik

Piepsen, Blitzen überall oder der digitale Klickwahn

Waren Sie auch schon einmal an einem Schülerkonzert oder Theateraufführung Ihrer Kinder oder Enkel? Fröhliche Familien sitzen in den Stuhlreihen und blicken erwartungsvoll nach vorne. Der Vorhang hebt sich, das Gemurmel verstummt, die ersten Töne erklingen. Alles deutet auf eine wunderschöne Aufführung hin. Doch plötzlich blitzt es in das Halbdunkel des Zuschauerraumes. Eine moderne Familienfrau klickt mit ihrer glitzernden superflachen Cam aus einer mittleren Reihe in die Menge, um den süssen Sprössling mit dem herzigen Kostüm für die Nachwelt festzuhalten.  Der stolze Familienvater möchte seine digitale Kompetenz ebenfalls zeigen und fängt die Kindergruppe ganz hinten rechts lässig mit seinem iPhone ein. Der coole Mittdreissiger in der Stuhlreihe vor Ihnen hält  einfach mal sein Smartphone in die Höhe. Alle schielen leicht angespannt auf ihre miniaturisierten Bildschirme.  Bei all den bunten Displays sieht man als Zuschauer bald nicht mehr auf die Bühne. Das Blitzlichtgewitter aus den Kompaktkameras liesse selbst Hollywoodstars vor Neid erblassen.  Ist die Vorfühurng vorbei, lassen sich die agilen Familienmitglieder vom Schnappschiessen allerdings immer noch nicht abhalten. Jeder muss mal mit irgendwem aufs Bild.

Sind die Bilder geschossen, zieht die Gruppe geschäftig weiter, da man ja das nächste Event verpassen könnte. Was von der schönen Kinderaufführung übrig bleibt, sind Unmengen von bläulich-bunten Bildern von farbig gekleideten Kindern und unscharfen Familienmitgliedern, zumal auch heutige Handys, Smartphones oder Kompaktnipsen nicht wirklich brillante Bilder produzieren.

Statt sich dem Moment hinzugeben, versucht der moderne Familienmensch diesen zu speichern und damit scheinbar festzuhalten. Aber wer schaut sich die digitalen Datenberge noch an? Der Dia-Abend mit Bekannten mit surrendem Projektorengeräusch im Hintergrund ist selbst bei Retro-Technik-Fans nur noch äusserst selten anzutreffen.

Was bleibt?

Eine doppelte Enttäuschung: Das wilde Geknipse verhindert ein bewusstes Erleben des Momentes, stört die anderen Anwesenden und die entstandenen Bilderberge will niemand sehen, denn die Fotos geben den Moment nicht befriedigend wieder.

Was tun? Fotografieren!

Dass das Fotografieren mit einer hochwertigen Spiegelreflexkamera sowohl ernsthaft als auch spassig sein und zu einem wunderbarem und befriedigendem Hobby werden kann, entgeht den gehetzten Zeitgenossen. Erwachsende Männer die begeistert mit ihrem Smartphone spielen und Bilder knipsen sind ein bedauernswerter Anblick. Man(n) sollte in dieser Hinsicht endlich erwachsen werden und den  “Game Boy” in der Tasche lassen.